Vietnam

Nach 16 Stunden Flug mit Stopover in Bangkok landet mein Flieger in Hanoi.

Ich teile mir mit zwei anderen Jungs ein Taxi ins Zentrum der Hauptstadt.

Desto näher wir Hanoi kommen,desto dichter wird der Verkehr und die Zahl der Mopeds nimmt exponentiell zu.Der Taxifahrer bringt uns bis zum beginn der „Old Quarters“,einem Netzwerk aus kleinen Gassen,für Autos in den Abendstunden gesperrt.

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Hanoi Old Quarter

Ich verstehe schnell warum.Die Gassen sind voll von Touristen,Einheimischen, Mopeds,Straßenverkäufern,kleinen Restaurants und noch mehr Mopeds.Das ist ganz schön viel auf einmal.Ich bahne mir meinen Weg Richtung Hostel,durch all die Reizüberflutung um mich herum.Dort gibt es erst mal ein Begrüßungsbier aufs Haus und ein zweites auf den Kulturschock.Nachdem ich meine Pritsche im Schlafsaal inspiziert habe( tauglich,sogar mit Vorhang und kleinem Ventilator) wage ich mich nochmals raus in die Nacht.Es wimmelt überall,Verkäufer wollen einem allen möglichen Kram andrehen,Touristen drängen sich durch die Gassen-irgendwie nicht ganz so meine Welt.Ich schnappe mir noch ne Kanne und hau mich aufs Ohr.War dann doch ziemlich wenig Schlaf.
Die nächsten Tage verbringe ich damit die Stadt zu erkunden und sichte diverse „Mopeds“.Die aAnführungszeichensind berechtigt,denn was einem hier zum einigermaßen erschwinglichen Preis angeboten wird (Budget ist inzwischen deutlich beschränkter),hat wenig damit zu tun was ich bisher gewohnt bin.Eigentlich wollte ich mir eine Minsk,einen 2Takter aus Weißrussland zulegen,die sind aber kaum oder nur unglaublich schwer zu bekommen.Ich fokussiere mich also auf das Standard-Gefährt für reisende mit kleinem Geldbeutel,eine Honda Win. Naja das Honda kann man im Prinzip streichen. Honda hat die Produktion schon vor Jahren eingestellt,Vietnamesen,Chinesen und Taiwaner bauen das Moped inzwischen mehr oder weniger erfolgreich nach.Diese Mopeds haben zwischen 100 und und 120 ccm,Vergaser und ca.0.0001 Ps.Da man schon für kleines Geld hier etwas bekommt das zumindest vom Aussehen einem Motorrad ähnelt ist die Maschine  bei Backpackern sehr beliebt.

Das führt dazu dass sich die meisten dieser Schleudern in dauerhafter Ondulation zwischen dem Norden und Süden des Landes befinden.Reisende verkaufen ihre Maschinen am Ende der Tour entweder an andere Backpacker oder an auf an und verkauf spezialisierte Mechs an den jeweiligen Endpunkten.Repariert wird nur was unbedingt nötig ist,von Motorrädern haben meist weder die Mechaniker noch deren Kunden großartig Ahnung.Dieses Schaubild zeigt das Leben einer Win ziemlich eindrücklich.n48txx
Soviel dazu.Ich schaue mir also die nächsten drei Tage eine Drecksmühle nach der anderen an,alle sind irgendwie mies,meine Laune wird zunehmend schlechter da mir auch die Stadt auf die Nerven geht.Letztendlich kaufe ich eine 2006er Sufat (Vietnamesisches Fabrikat)mit 110cc von einem Händler für kleines Geld und mache mich auf den Weg.

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Klapperkiste der Wahl,.

Als ich mit der Mühle am Hostel ankomme fehlen direkt schon drei Speichen. Yeah. Das stimmt mich positiv.Mir jedoch egal,ich muss jetzt einfach los.Am nächsten morgen schnalle ich meinen Rucksack auf die Schleuder und mache mich auf den Weg.Mit dem zusätzlichen Gewicht fährt sich die Kiste nun noch schlechter,abgesehen davon ist auch die letzte Power nahezu verschwunden.Ich habe richtig Bock das Ding gleich wieder beim Mech abzuladen,aber nein ich lasse nur die Speichen reparieren und mache mich auf in Richtung Ha long bay.

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klassischer Mech in Hanoi
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Das GPS und die Halterung haben mehr gekostet als das Bike;)
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Die Vietnamesen Transportieren alles auf ihren Scootern

Soll schön sein habe ich gehört.Die Fähre bringt mich auf die Insel.

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Fähre nach Cat Ba

Es ist auch schön.Aber eben auch ziemlich touristisch.Ich schlage das Quartier in einem Hostel am Strand auf,etwas außerhalb der nächsten Stadt…

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Könnte schlimmer sein.
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Hotelpool auf einer Hügelspitze

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Die Tagesagenda der meisten Rucksackreisenden besteht hier aus Bier,Gras und diversem anderen,meistens recht inhaltslosen Gesrprächen über pseudophilosphisches und dem widerholen von diversen Phrasen vergangener Kulturperioden.Nicht ganz so meins.Es gibt aber auch hier Lichtblicke. Ich lerne Jamie,Fritz und Alex kennen.Sie sind schon seit einem Monat in Vietnam mit den Mopeds unterwegs und h wollen demnächst auch gen Süden weiterziehen.Wir verstehen uns ganz gut und mieten am nächsten Morgen ein Fischerboot um die Bucht zu erkunden…Als die Jungs erst mal ne Palette Bier als Proviant kaufen weiß ich das wir uns verstehen.

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first class cruiser

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Alex fischt relativ professionell.Fängt trotz Bananenshirt jedoch nichts.

Fritz kommt wie man vielleicht erahnen kann ebenfalls aus Deutschland und hat ein Jahr in Australien hinter sich, Jamie und Alex kommen aus den Staaten und haben ihre bisherige Existenz als professionelle Bartender aufgegeben um zusammen auf Weltreise zu gehen, sie sind schon seit 6 Monaten unterwegs. Alle drei solide Persönlichkeiten.

Mir geht das Hostel inzwischen ziemlich auf die Nerven deswegen breche ich am nächsten Tag auf,die anderen bleiben noch etwas,wir Verabreden uns in Nim Binh.
Der weg dorthin führt mich über größere und kleine Landstraßen,spannende Strecke sieht anders aus.

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Fast so gut wie die ZEGA PRO von Touratech.

Es regnet fast durchgängig,die Regenklamotten helfen im Monsun auch nur bedingt.Daran werde ich mich noch gewöhnen müssen.

20171003_15565220171003_141530Vollkommen nass komme schließlich am Tagesziel an,einem kleinen Homestay am Rande des Dorfes Trang An.

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Weg zum Homestay

In Homestays sind meist kleine von Familien betrieben Übernachtungsmöglichkeiten,die in unterschiedlichstem Komfort und Professionalität Standard daherkommen.Hier gibt es einen großen Schlafraum mit Matratzen in einer Art Pfahlbau,die einzelnen Schlafplätze mit Vorhängen abgetrennt und ein kleines Restaurant.Man hat die Möglichkeit mit der Familie zu speisen oder sich etwas von einer kleinen Karte auszusuchen.Meist sind Homestays in Vietnam günstiger als Hotels und Hostels und haben fast immer einen höheren Standard.Auch bietet die Möglichkeit der Interaktion mit den Familien eine interessante Form des Austausches.

Am heutige Tag passiert jedoch nicht mehr viel,ich schreibe noch ein paar Zeilen nieder und begebe mich in die horizontale.Im übrigen ist hier alles feucht und klamm.Das Homestay liegt in einem kleinen Tal,aufgrund des dauerhaften Regens bleibt die Feuchtigkeit dauerhaft, das Trocknen von Klamotten ist nur mit einem Fön möglich…Mache ich einmal,dann akzeptiere ich die nassen Schuhe.

Am nächsten Tag schaue ich mir die Gegend mit ein paar anderen Reisenden auf einem Fahrrad an,die Kalkfelsen bieten eine beeindruckende Szenerie.20171004_10072420171004_10543020171004_100722Auch ziemlich cool ist die Bootstour durch die angrenzenden Höhlensysteme und Flussläufe.Hier und in Ha Long Bay wurde erst kürzlich der neueste King Kong Film gedreht.Durchaus cool.Auf der Bootsfahrt regnet es fast durchgängig.was soll man machen es ist eben Monsun;)20171004_11361720171004_11370420171004_114609

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Kulisse zu KING KONG SKULL ISLAND

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Ebenfalls Film Set

Später am Tag treffen auch Jamie Alex und Fritz ein,auch sie hatten durchaus etwas Regen auf der Fahrt.

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Die Meute trifft ein.

Wir bleiben zusammen noch einen Tag länger und brechen dann zusammen in Richtung HO CHI MINH road auf.20171005_12160320171005_121923

Der Tag im Verbund beginnt mit regen und den ersten Problemen an den Mopeds.Fritz Zündung funktioniert nicht mehr,er muss das Schloss beim Mechaniker tauschen lassen.Der verursacht einen Kabelbrand beim Montieren und muss direkt den ganzen Kram neu verdrahten.Cool.Kostenpunkt 15 Dollar und zwei Stunden Zeitverlust….Als es dann endlich los geht und wir gegen frühen Nachmittag die HCM Road erreichen wird die Szenerie versöhnlicher. Kleine Straßen,ab und an ein Dorf oder eine kleine Stadt,es fährt sich angenehm ( abgesehen davon dass die Mopeds kompletter Schrott ohne Power und mit miesen Bremsen sind),bis die Dunkelheit uns einholt.20171008_14482020171007_162413

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So muss ein Cockpit aussehen. Go Pro.GPS.Panzer Tape.Bierhalter.

Wir sind noch immer eine gute Stunde vom Ziel,einem kleinen Homestay in einem Dorf mitten im Nirgendwo,entfernt.Nun wirds spannend..Die Mopeds haben zwar Licht,das ist aber ziemlich mies.Abgesehen davon hat jeder Trucker die Angewohnheit in der Mitte der Fahrbahn zu rollen,Fernlicht selbstverständlich angeschmisssen. Wir kommen bis auf einen kleinen Sturz im Matsch ,der Fritz ein Blinkerglas kostet aber alle unbeschadet an und werden mit einem grandiosen „Family Dinner“(Abendessen mit der Familie die das Homestay betreibt) belohnt.Der Sohn der Familie Spricht ausgezeichnetes Englisch und erklärt uns einiges über die Region und die Menschen in der Gegend.Im angrenzenden Garten wachsen Drachenfrüchte und diverse weitere Früchte,Sauen und Hühner rennen durch die Prärie.20171007_092134Nach ein zwei Bier mit dem Familienoberhaupt,einem dementen Vietnam Veteranen der sich trotz allem noch ein lächeln bewahrt hat,gehts auf die Bretter.Vielleicht hilft ihm auch die Krankheit den erlebten Schrecken zu vergessen

..Nach ausgiebigem Frühstück geht’s am nächsten Morgen wieder los.

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kleines Frühstück….die fritierten Bananen waren ganz großes Kino

Es regnet ausnahmsweise mal nicht,wir genießen entspannte fahrt auf der gewundenen Strasse. Am späten Nachmittag treffen wir in Phong Na ein,hier soll es einige der größten Höhlensysteme der Welt geben,das wollen wir uns anschauen.Auch hier haben wir wieder ein Homestay im Visier.Dieses mutet aber durchaus eher wie ein gediegenes Hotel an,Pool,Kingsize Bett für jeden,2 geräumige Zimmer und Frühstück,alles für ca..5 Euro pro Mann/Frau.Es könnte schlechter sein.Wir bleiben hier ein paar Tage,es regnet jedoch fast durchgängig-tut dem Pool jedoch keinen Abbruch.20171009_150605Den Höhlen jedoch schon.Sie sind geflutet,wir müssen mit der alternative,einer geführten Tour durch einen „Botanischen Garten“ mit schwimmen im Wasserfall vorlieb nehmen. Nicht so ganz das wahre,aber am Pool gibt’s direkte Bierversorgung,Strichliste im Kopf für die Anzahl.
Wir rollen weiter die HCM Road entlang.Abwechselnd Regen und gutes Wetter. Die nächsten Übernachtungsmöglichkeiten sind weniger interessant,kleine Hotels am Rande des Weges. 20171010_105203 - KopieWir verlassen den HCM Highway und biegen in Richtung Küste ab, beziehen Quartier in Hue, einer etwas größeren Stadt in Küsten nähe.

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Während der Fahrt reisst Alex Tank ohne ersichtlichen Grund,ziemlich schnell verliert der Meister sein Benzin-bis zur Lösung der Problematik mit Panzertape ist Alex bester Laune.

Ziemlich viele Touris hier gibt’s nichts für mich.Alex und Jamie brauchen etwas Pause,ich breche zusammen mit Fritz schon am nächsten Tag auf Richtung Hoi an,einem Strandort mit netter Altstadt ( auch Touristengeflutet),die berühmt für ihre Schneider ist.

Fritz macht von den Fähigkeiten der Vietnamesen gebraucht und lässt sich einen Anzug nach Maß anfertigen,Kostenpunkt 200 Dollar.Ich habe für so etwas keine Verwendung.Der Weg nach Hoi An führt uns über den aus Top Gear bekannten Hai Van Pass. Pass.Ganz nett aber jetzt auch nicht unbedingt besonders.

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Hai Van Pass

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Treffe am Zielort in einem Hostel wieder auf Carsten,ich habe ihn zuletzt in Tadschikistan getroffen dort war er mit dem Fahrrad unterwegs,hier hatte er auch ein kleines Moped um im Norden zu reisen.die Welt ist klein!20171014_15341120171012_185343 - Kopie

Im Prinzip gibt’s hier wenig für mich zu Tun,ich schwimme viel im Meer,kümmere mich um weitere Planung und entspanne ein wenig.Meine Basis ist ein kleines Homestay in Strandnähe,die anderen beziehen Domizil in einem großen Hostel mit Pool Party Tag und Nacht,ich besuche sie einmal merke aber nach wenigen Gesprächen das mich ein solcher Ort ausgesprochen aggressiv macht.die Gespräche drehen sich immer um den gleichen inhaltslosen Blödsinn,die Leute interessieren mich nicht.Nee.Nee.Es gibt Wellen am Strand,mit denen unterhalte ich mich wesentlich lieber.20171014_154847Einem jeden das seine. Als der Anzug fertig ist und die andern genug Party haben,ziehen wir wieder weiter:Über die HCM Road geht es gen Süden.Das Nächste Ziel ist Na Trang. Eine weitere Standmetropole,einem der beliebtesten Urlaubsziele in Vietnam für Russe,ähnlich populär wie Mallorca unter den Deutschen.Der Weg dorthin führt uns über geschwungene Pässe und weite ebenen,wir fahren 640KM in zwei Tagen.20171017_154013Das ist ganz schön viel auf einer Honda Win klapperkiste. Federung ist nicht vorhanden,die Sitzpolsterungen sind auch eher unterste Schublade.Mit der Dunkelheit kommen wir am Ziel an,perfekt zur Rushhour und kämpfen uns den Weg zum Hostel frei…9 Stunden Fahrt sitzen uns allen ganz schön in den Knochen,also gibts nennen kleinen Stadtrundgang und einen Imbiss bevor wir auf den Pritschen aufschlagen wie Zementsäcke.

Tja.Wir haben die Rechnung aber ohne die Baustelle neben dem Hostel gemacht.Keiner weiß warum aber ab 2300 fangen die Jungs erst so richtig an den Presslufthammer zu schwingen.Die ganze Nacht lang.Schlaf also mies.

Was solls. Am nächsten Tag steht der Besuch auf der Insel eines Russischen Milliardärs an,der diese zu einem Vergnügungspark umgebaut hat.IM großen und ganzen nichts irre besonderes aber wir haben trotzdem ziemlich Spaß im Wasserpark und auf den diversen Fahrgeschäften.20171018_110511

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Für die Seilbahn zur Insel gabs nen Guiness World Record Eintrag….ist wohl die längste.

20171018_17093920171018_172638Wie überall in Na trang ist hier die „2.Amtssprache“ Russisch..Die meisten Schilder sind Kyrillisch  und man hört und sieht viele Jungs aus dem jetzt schon ziemlich kühlen Land im Osten.Finde ich ziemlich gut,hat etwas vertrautes für mich, ich freue mich endlich wieder etwas lesen und verstehen zu können.20171017_221016

In der Nacht haben wir wieder Pech.Gegen 2 Uhr kommen zwei besoffene Briten in den Schlafsaal und fangen erst mal an sich 3 stunden lang bei geöffneter Badezimmertür zu übergeben.Hass.Am nächsten Morgen keine Entschuldigung dafür, dass ganze Zimmer terrorisiert zu haben..Charakterstarke Jungs.Wir verlassen das nach Erbrochenem riechende Zimmer am morgen ziemlich zügig,haben alle keine Lust mehr hier auch nur eine Minute länger zu bleiben als nötig.Tja das ist wohl das Risiko im Schlafsaal:(

Nächste Station:Dalat. Wieder auf dem HCM-Highway gelegen und die kälteste Stadt Vietnams. WIr fahren von 0 meter auf 1600, zum ersten Mal wird’s richtig kühl.Regen und Nebel machen die Sache auch nicht grade angenehmer.20171019_12134020171019_121347

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Hier oben ist aus mir unerfindlichen Gründen alles voller Treibhäuser.Hauptsächlich Schnittblumen werden hier gezüchtet….

Aber die Strecke ist einigermaßen kurz und wir kommen in einem angenehmen Hostel mit gutem essen und entspannten Bieren an.Die Dusche dort ist eine der besten bis jetzt. Heisses Wasser und ein Wellness-Duschkopf-es braucht manchmal nicht viel zur Freude;)

Ich mache einen kleinen Moped Trip ohne Gepäck am nächsten Morgen. Schaue mir diverse Wasserfälle an und gönne mir den sehr speziellen Wiesel-Kaffee für den die Region bekannt ist.

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Elephant Watefall

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Ja genau.Wiesel Kaffee.Die Kaffeebohnen werden erst nach Durchquerung des Verdauungstraktes der kleinen Tierchen geröstet,Resultat ist ein Kaffee mit sehr besonderer Note.Muss man wohl mal gemacht haben.

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Das Aroma ist dann doch sehr speziell.

20171020_165648Während ich so durch die Gegend fahre machen die anderen eine Canyoning Tour auf der Fritz sich sein Fußgelenk verletzt.Das heißt er kann am nächsten Morgen nicht mit aufbrechen und auch die Amis wollen noch bleiben.Ich habe jedoch keine Lust mehr und ziehe schon zur nächsten Station.Entpuppt sich als Fehler. Es regnet den ganzen Tag. Als ich am Tagesziel Mui Ne ankomme bin ich nass bis auf die Knochen.20171021_13184020171021_15325720171021_153305

Als ich schon auf dem Weg zum Schlafsaal von zwei Typen aufgefordert werde richtig geil Spass zu haben und ordentlich zu saufen freue ich mich mal wieder über die gute Wahl der Unterkunft. Nicht.

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FU.

Doch die Leute im Dorm sind jedenfalls in Ordnung und die Duschen sind heiß.Okay für ein paar Tage.Bis die anderen am nächsten Tag ankommen schiebe ich eine ruhige Kugel am Strand oder Pool, bereite den Motorradverkauf in HCM-City mit Facebook Posts vor une lasse die Kiste professionell waschen;)

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sieht fast besser aus als am Anfang das Teil

Zusammen mit den anderen noch eine Sonnenaufgangs Tour zu den Dünen ,für welche die Region so berühmt ist20171023_05472520171023_054728

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Traditionelles Fischerboot-oder so was ähnliches
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Fairy Stream

..Im Anschluss kleinere Reparaturen damit die Kiste gut verkauft werden kann.
Da der letzte Abschnitt der Vietnam Traverse auf dem berüchtigten Highway One gefahren werden muss schmieden wir einen Plan um der Rush Hour zu entkommen.

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Ready for the last episode.

Wir wollen gegen 6 Uhr los um in der Mittagszeit anzukommen und somit die Rushhour zu umschiffen.
Naja. Es kommt anders.Start ist 730.Wir verlieren uns an der Auffahrt zum Highway und schon wenig später hat das Moped von Jamie Probleme, ihr Tank leckt,die Elektrik versagt und der hintere Reifen gibt auf. Ich bin mit Fritz schon 70 KM weiter als wir das erfahren.Wir beschließen zu warten und nutzen die Zeit um unsere Mopeds zwecks Verkauf umzulackieren.

Wieder vereint rollen wir dann gegen Mittag weiter.Es ist ziemlich genau 1600 als wir in HCM eintreffen. Rush Hour. Timing perfekt. Massen aus Mopeds, Autos und Lastern wälzen sich Saigon entgegen. Maximale Konzentration, fahren ist wie Tanzen hier,Verkehrsregeln gibt es nicht.

Nach einigen knappen Momenten schaffen wir es ans Ziel. Als wir absteigen und ein Zielfoto machen wird mir bewusst,dass ich schon wieder ein Land auf zwei Rädern durchquert habe.

20171024_162903Schon irgendwie irre.Dieser Abschnitt der Reise war anders.Das Moped war absoluter Schrott und ich bin große Strecken in einer Gruppe gefahren,was eigentlich nicht so mein Ding ist.Hier war das aber okay,da das Fahren mit den Schrottmühlen sowieso weniger spannend ist,es ist eher das Gefühl unterwegs zu sein.Mit den dreien hatte ich wirklich Glück.Gute Gefährten.Ich habe das Gefühl,die Pfade werden sich auch außerhalb Vietnams wieder kreuzen….

Zurück zur Ankuft. Fritz und ich wollen die Mopeds hier verkaufen,Alex und Jamie wollen erst noch nach Kambodscha mit den Wins.

Wir haben also 3 Tage zum verkauf an Backpacker oder Mechaniker,dann muss ich das Land verlassen da das Monats Visum endet.Also werden in Hostels Plakate aufgehängt und nochmals Anzeigen in diversen FB Gruppen gepostet.

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Ich würde die Kisten sofort kaufen.Welch vertrauenswürdiges Marketing!

Abgesehen davon wenden wir uns in Saigon einem dunklen Kapitel Vietnams zu,dem noch gar nicht all zu weit in der Vergangenheit liegenden Krieg mit den USA. Wir besuchen das Gedenkmuseum,dort wird anschaulich in verschiedenen Ausstellungen die Zeit des Krieges von seitens der Vietnamesen beleuchtet.??)!=!Die Bilder und Geschichten sind eindrücklich und bedrückend.Die Frage nach dem Warum drängt sich immer wieder auf und die Sympathie mit Amerika erreicht einen neuen Tiefpunkt. Nach dem Museum ist erst mal ein starker Drink nötig.20171025_14503120171025_155525

20171025_14512220171025_160053Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug zu den Chu Chi Tunneln- einem Tunnelsystem der Vietcong,einige Kilometer vor Saigons Toren.Hier kann man teile der Tunnel begehen und eine Vorstellung davon gewinnen wie verbissen und zäh die Vietnamesen gegen ihre Invasoren in der Erde und im Dschungel gekämpft haben. Man versteht schnell warum die Amerikaner so große Schwierigkeiten hatten.Es ist trotzdem unglaublich ,dass die gewaltige US Kriegsmaschinerie von einer Armee aus hauptsächlich schlecht bewaffneten und kaum trainierten Bauern in die Knie gezwungen wurde.

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Nur eine von unzähligen Fallen der VIetkong

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Eingang zum Tunnelsystem,für Touristen verbreitert

Am Abend verkaufen wir die Mopeds an zwei spanische Pärchen.Sie wollen jeweils zu zweit auf einem Moped reisen.

Wir raten ziemlich deutlich davon ab,da auch schon für eine Person mit Gepäck recht wenig Power bleibt,sie lassen sich aber nicht davon abbringen und kaufen die Mopeds ohne Probefahrt.Wir schauen uns noch ungläubig an als die 4 auf unseren Mühlen in die Nacht fahren, sind aber doch froh das Kapitel abgehakt zu haben. Hätten wir uns die Reparatur und das aufpolieren auch sparen können….Seis drum;)

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Verrückte Spanier—-

So können wir nun den letzten Tag noch entspannt genießen,bevor es für mich am nächsten Tag mit dem Bus über die Grenze nach Kambodscha geht.Der erste Grenzübertritt mit dem Bus auf dieser Reise!

Fritz wird am nächsten Tag auf die selbe Weise nachkommen,Jamie und Alex wollen die Grenze ebenfalls bald überqueren,jedoch mit ihren Mopeds.Man wird sich ziemlich sicher wieder sehen.

Es geht noch ein letztes mal im Taxi durch den verrückten Verkehr in HCM-City ,dann wird mein Rucksack zusammen mit diversen anderen Gütern im Frachtraum eines Reisebusses verstaut und es geht weiter.20171027_142306

Adios Vietnam!