Россия III – Сибирские байкеры и конец эры / Die letzten Meter mit Nikita

Wenn man von der Bam zum Transsibirischen Highway wechselt langweilt man sich zu Tode.

Der Weg von Tynda zum Highway ist aufgrund vieler Baustellen ab und an noch Schotter,also viel Staub von LKWs,dann beginnt breiter Asphalt.

20170817_115130Das wird jetzt wohl die nächsten paar tausend Kilometer so bleiben denke ich mir und gähne.Tja.Hilft nichts.Kilometer werden abgespult und gegen Abend steigen wir in einem Motel an der Straße ab.

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Photoshopskillz sind vorhanden im Motel!!

Ich entdecke vor dem Restaurant ein reisefertiges Rad ( so was gibt’s hier in Russland kaum) und suche neugierig nach dem Besitzer.

Ich lerne Vadim kennen.Klasse Typ. Paar und 50 Jahre und fährt mal eben so die 2000 km nach Vladivostok. Er schläft immer im Zelt,isst aber meistens in Cafés…Obwohl es schon dunkel wird bricht er noch auf und sucht sich seinen Lagerplatz.Am nächsten morgen haben wir ihn nach 20 Minuten wieder eingeholt;)20170818_102122

Wir haben beschlossen einen kleinen Abstecher nach Blagoveschensk, zu machen.Eine Stadt die direkt an der chinesischen Grenze liegt,nur von einem Fluss getrennt.Stelle ich mir interessant vor.Als wir der Stadt näher kommen checke ich die Wegpunkte in meinem GPS und entdecke etwas das meine Aufmerksamkeit erregt: „Blagbike Clubhouse“.Ich habe schon viel von russischen Motorradclubs gehört,möchte mir das mal näher anschauen.Gesagt getan,die Route wird angepasst.

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Blagbike HQ

In einer Garagensiedlung finden wir das Clubhaus,ist aber zuerst mal tote Hose,die Türen verschlossen und keiner zu Hause.Als wir den weiteren Plan beratschlagen trifft dann doch noch ein Biker ein.Er zeigt uns den Motorradclub,bietet uns an wir könnten die Mopeds unterstellen so lange wir in der Stadt sind.20170818_170456Auch erzählt er uns von einem Motorradfestival der benachbarten Clubs in Swobodny ( ca.100km hinter uns).Wir werden eingeladen entweder heute oder am nächsten Tag dort vorbeizuschauen.Klingt gut!Doch erst mal kleiner Ausflug in die Stadt.Moped wird abgestellt und wieder gesurft.Vom Stadtbild ist Blagoveschensk nun nicht außerordentlich,aber in der Dunkelheit sieht man die bunten Lichter Chinas auf der anderen Seite des Flusses.

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China-lights

Das hat schon was!Meine Gastgeberin zeigt mir ein paar interessante Ecken und wir testen eines der zahllosen chinesischen Restaurants. Am nächsten Morgen mache ich mich auf zum Bikerfestival.

Als ich dort gegen Nachmittag eintreffe werde ich sofort zu diversen Bieren eingeladen.Auf dem Gelände eines ehemaligen Pionierlagers haben die Biker ihr jährliches kleines Sommerfest. 20170819_164527Ca,40 Mopeds aller Art haben sich aus dem Umkreis versammelt und es wird ausgelassen getrunken und gefeiert.WhatsApp Image 2017-08-21 at 10.09.5620170819_193437Als Ausländer ist man hier eine absolute Seltenheit die Jungs sind sehr interessiert an Geschichte und Reise,oft steht man im Mittelpunkt.Mit zunehmendem Pegel schleichen sich auch ab und an etwas andere Untertöne ein,teils spaßhaft teils ernst wird auf Nazideutschland angespielt.Ich bin manchmal bester Kumpel und dann teilweise doch wieder Faschist.Es ist eher Sticheln als wirkliche Provokation.Trotzdem schräg.Aber die Stimmung ist immer friedlich,ich lerne viele gute Männer kennen.

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Them Boyzs

Da ist zum Beispiel Fritz,(Bikerspitzname),er interessiert sich sehr für Deutschland, Chef einer Untergliederung des Clubs, mit ihm unterhalte ich mich lange über Politik,Motorräder und leben in Deutschland und Russland.

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Sasha links,Fritz rechts

Oder Sasha,Afghanistan Veteran ( Fallschirmjäger),der mir zeigt wie man mit einem russischen Wurfmesser umgeht(das wir natürlich in der Dunkelheit verlieren,am nächsten morgen aber wiederfinden).20170820_112807Er erzählt mir ein paar Geschichten aus dem Krieg und seinen Einsätzen und als ihm bei der Erinnerung dann fast die Tränen kommen und er sagt „Nie wieder Krieg!“ möchte man diesen harten Kerl am liebsten in den Arm nehmen….

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Sasha
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Divisionstatoo

Irgendwann geht jedenfalls das Bier auf und wir steigen auf Schnaps um..Später im verlauf muss ich noch eine Rede vor Versammelter Mannschaft mit meinem miesen Russisch halten aber das klappt auch;)

"Die große Rede"
Nüchtern.

Gegen 4 Uhr sind nur noch wenige übrig.Ich trinke noch ein paar Samagon mit Fritz und Sasha dann falle ich erledigt in mein Zelt. Bikerfestival wie es im Buche steht.Es folgt große Verabschiedung und Austausch von Kontakten und Nummern,dann machen wir uns wieder auf den Weg als mein Kater nachlässt.

enjoying the ride.....
Kater-Ride

Der Fortschritt ist mäßig aber die Straße zum Glück wenig fordernd.Ken baut zu meiner Freude die ein oder andere Abwechslung ein….

klar helfe ich mit....sicher....später dann....
Platter Reifen nummer XY, es ist mir mittlerweile relativ egal—> Positiv: Zeit für einen Powernap für mich!
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„Ja ich hab mich auch schon gewundert warum ich so lange fahren kann ohne in die Reserve zu kommen….“….Tja.Wenn man vergisst den Reservehebel umzulegen ist das kein Wunder…Aber der gute Ben hat ja zum Glück etwas Sprit dabei….;)

Als wir am Abende bei einem Restaurant anhalten treffen wir einen alten Bekannten wieder. Vadim der Fahrradfahrer ist inzwischen auch hier eingetroffen;)Wir speisen zusammen und beschließen irgendwo in der Nähe ein Zeltlager zu errichten.Gesagt getan.Aufgrund der Moskitos kann man sich aber kaum unterhalten,sobald die Zelte stehen heißt es ganz schnell rein da.)

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DIESE BIESTER
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Morgendliches Zelttrocknen

Als wir am Abend des nächsten Tages in Khabarovsk ankommen,wähle ich eine der Nummern die mir die Motorraclubjungs gegeben haben-denn auch in Khabarovsk gibt es einen MC.

Ich führe ein zwei Gespräche,dann sagt man mir wir würden abgeholt.Der Präsident käme persönlich- nun damit hätte ich nicht gerechnet.

Ein paar Minuten später rollt der Präsi in seinem Jeep vor.Er stellt sich als Hans                  ( Bikername) vor und sagt wir sollen ihm folgen, er würde uns zum Club führen,dort könnten wir alles besprechen.

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Iron Tigers HQ

Wir folgen dem Meister ein paar Kilometer in eine Garagensiedlung,dort befindet sich das Clubhaus der Iron Tigers.Im Prinzip ein Zusammenschluss von mehreren Garagen mit Unterkellerung.Es gibt einen großen Aufenthaltsraum,Schlafräume und sogar eine Dusche im Keller.Hans sagt uns wir könnten die Mopeds zwischen die Chopper stellen und uns erst mal entspannen.Er bietet uns an wir könnten für ein paar Tage ( so lange ihr wollt!!) im Clubhaus wohnen bevor unsere Reise uns weiterführt.

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Parking next to the big VTX
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even if you would put our two  engines together they would not even nearly match the size of this one….

Da wir keine größeren Pläne in der Stadt haben kommt dieses Angebot sehr gelegen!Aus den Vorräten des Clubs wird daraufhin noch Speis und Trank aufgetischt und ich unterhalte mich noch etwas mit dem Präsidenten.

Ziemlich netter Kerl, jedoch eine etwas skurriles Interesse am dritten Reich…Er hat eine kleine Sammlung an Nazi Utensilien ( SS-Totenkopfschwadron Mütze,Bajonette,Maschinenpistole,Granaten)die er mir zeigt und auf seinen Unterarmen hat er sich den Wahlspruch der SS tätowiert „Meine Ehre ist meine Treue“.Das ist seltsam,besonders befremdlich hier in Russland,wo an jeder Ecke ein Denkmal an die Toten des zweiten Weltkrieges und den Sieg der russischen Truppen über das dritte Reich erinnert.

Das seltsame ist,Hans wirkt nicht wie ein Neonazi.Er hat kein Problem mit Ausländern,Juden oder Schwulen.Wirkt wie ein vernünftiger Kerl wenn man sich mit ihm Unterhält.Er sagt er habe Interesse an der Historie.Warum man sich dann gerade die Losung der SS tätowieren muss kann ich jedoch nicht verstehen.
Wir bleiben jedenfalls zwei Tage Gäste der Iron Tigers,bekommen die Stadt von einem Supporter (Anwärter für die Clubmitgliedschaft) gezeigt und erledigen die ein oder andere Besorgung.

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Sunset over Amur River
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Promenade

Abends schaut meistens Hans oder andere Clubmitglieder vorbei und wir genehmigen uns das ein oder andere Bierchen.Als wir aufbrechen füllen wir den Kühlschrank im Club als kleines Dankeschön voll mit Getränken-das war wiedermal Gastfreundschaft per excelence!

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Mr.President himself

Bevor wir fahren stattet mich der Präsident noch mit Telefonnummern von Clubmitgliedern der Iron Tigers in Wladiwostok aus und meldet uns dort telefonisch an.Wir sollen uns sobald wir uns der Stadt auf 100km nähern melden,dann würden wir abgeholt und zum Clubhaus gebracht.Wir bedanken uns und brechen zur nächsten Etappe auf.

Die Straße ist nun etwas interessanter,jedoch auch nicht wirklich spannend.Guter Asphalt,ab und an eine kleine Baustelle mit Schotter.Wir treffen unterwegs diverse Motorradfahrer,unterhalten uns des öfteren mit ihnen am Straßenrand.

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Strassenbekanntschaften

20170823_172726 WhatsApp Image 2017-08-28 at 16.48.25Einer von ihnen ist Edik. Er ist mit einem Sportmoped unterwegs,fährt zu seinen Eltern,ca. 3-400 km weiter auf unserer Route.Er gibt mir seine Nummer und sagt ich solle ihn doch anrufen wenn wir in seiner Stadt sind,dann könnten wir zusammen etwas essen.Dann schmeißt er seine Mühle wieder an und ist weg. Naja warum nicht.Doch die Meter müssen wir erst mal machen…Gar nicht so einfach wie sich herausstellt,denn Ken hat zur Abwechslung mal wieder nen Flachen….Als er aus meinem Rückspiegel verschwindet ahne ich es schon…5 Minuten später drehe ich dann bei um nach dem rechten zu sehen…finde Ken schließlich im Garten eines Privathauses in einer Seitenstrasse. Der Herr des Hauses hat ihm Kompressor und Hilfe angeboten.Während die beiden sich um den Schlauch kümmern unterhalte ich mich mit dem Sohn der Familie beim Tee.Freundliche Leutchen!Nachdem der Reifen geflickt ist,haut uns der Vater noch ein paar Eier in die Pfanne und wünscht uns im Anschluss eine gute Reise.Diese Russen!20170823_160451

Der Rest des Tages bringt leichten Regen und eintönige Strasse. Gegen 18 Uhr kommen wir in Eriks(Sportbike) Stadt an.Ich schicke ihm eine Nachricht während wir an der Tankstelle die Mopeds füttern und prompt steht er mit seiner Maschine vor uns.Er läd uns zu sich nach Hause ein-dort tischt uns Mutti dann erstmal deftige Krautwickel auf.Es ist wohl so das die Familie ihre Wurzeln in Deutschland hat,dort gewesen sind sie aber noch nicht.Als wir wieder aufbrechen wollen werden wir eingeladen auch die Nacht als Gäste zu bleiben,unsere Einwände wir müssten noch Meter machen usw… werden nicht geduldet.Was soll man sagen.Eigentlich kommt das sehr gelegen.Wir bringen die Mopeds in die Garage und verbringen einen angenehmen Abend mit der Familie,Geschichten von der Jagd und ordentlich viel selbsgebranntem Schnaps.20170823_205542

Die große Leidenschaft des Vaters von Edik ist die Jagd,so bekommen wir einige Interessante Geschichten aus den Wäldern zu hören, essen frisches Hirschfleisch aus den Familienvorräte und lassen uns die Gewehre erklären.

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Russische Seele.

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Geheirezept.

Gegen Mitternacht geht es dann satt und zufrieden auf die Bretter.

Nach gebührendem Abschied geht es dann auf die letzte Etappe gen Vladivostok. Verläuft alles recht unspektakulär bis Ken seinen nächsten Platten hat.Der Schlauch ist inzwischen 4-5 Mal geflickt…war alles also nur eine frage der Zeit.Mit meinem Kompressor bringen wir ihn wieder auf Normaldruck. Geht mir inzwischen ganz schön auf die Nerven-vor Allem weil Ken sich in Khabarovsk einen neuen Schlauch hätte besorgen können…Naja. Hilft nichts.Ich kontaktiere die Jungs von den Tigers und wir bestimmen einen Meetingpoint. Es dauert nicht lange und wir werden von zwei Clubmitgliedern auf dicken Choppern abgeholt und durch den dichten Verkehr zum Motorradclub eskortiert.

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Iron Tigers Vladik

Ken kommt dort auf der seiner Felge an,der Schlauch hat sich nun endgültig verabschiedet.

Das Clubhaus der Iron Tigers ist Teil einer dreistöckigen Lagerhalle,im Erdgeschoss stehen die Bikes und es gibt eine Motorradwerkstatt,im 1.Stock ist der Clubraum und das Büro des Chefs und im Dachgeschoss gibt es die „Gostinica“-russisch für Hotel-einen Raum mit Feldbetten.IMG-20170824-WA0035Screenshot_20170824-01244620170824_19200520170824_20105120170826_11021620170829_215759Wie man an den Stickern erkennen kann haben hier schon viele Overlander genächtigt.Die Tigers bieten uns an wir können so lange bleiben wie wir wollen,wir sollen uns von der langen Reise erholen.

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EIn Held.

Man gibt mir einen Schlüssel zum Clubhaus und erklärt die Gegebenheiten,dann verabschieden sich die Jungs,da noch gearbeitet werden muss.Um mein Moped zwischen den anderen zu parken muss ich die Taschen abnehmen.Es ist ein seltsames Gefühl,es wird das letzte mal nach einer Reiseetappe sein.Insgesamt fühle ich mich auch nicht sonderlich Glücklich darüber am Ziel zu sein.Was ich fühle ist eher eine große Leere.

Am Ziel.Doch was nun?Ich würde am liebsten weiterfahren.Wenn nicht morgen dann übermorgen.Aber das wird wohl von hier aus nichts.Ich muss mich damit abfinden das hier das Ende der ersten Episode gekommen ist.Denn:

-die Fähre nach Südkorea kostet mehrere hundert Euro und von dort käme ich nicht weiter.

– Nach Japan komme ich aus gesetzlichen Gründen auch nicht ( nur ein Problem für in Deutschland zugelassene Mopeds)-abgesehen auch hier teure Fähre.

-Verschiffen nach Asien wäre möglich, dort braucht man aber ab und an ein Carnet, unter 1000 Dollar Transportkosten kommt man auch nicht wirklich.

-Verschiffen nach Kanada kostet auch ca.1500+300/400 Dollar am Hafen…
Das sind für mich alles keine wirklichen Optionen. Am liebsten würde ich die Mühle also vor Ort verkaufen.

Die nächsten Tage unterhalte ich mich mit mehreren Clubmitgliedern,sie kennen Händler und Interessenten,es ist aber alles nicht so einfach…Die Leute wollen wohl kein Moped mit deutschem Nummernschilf kaufen,also muss ich mich zuerst um den Import der Maschine kümmern.
Selbst importieren kann man nicht,man braucht einen Broker.Nach Anfragen würde mich auch das ca. 1000-1200 Dollar Kosten..Puh. Unangehnehm und ohne Käufer das Risiko auf den Kosten sitzentzubleiben und kein Motorrad mehr zu haben.Das gefällt mir nicht.Also überprüfe ich eine weitere Option:Verschiffung nach Hause.

Ich rufe Yuri Melnikov an,der Mann wenn es um Containertransporte von Mopeds geht.An ihm führt kein Weg vorbei wenn man sein Motorrad aus Vladivostok, egal wohin versenden will.20170830_163420

Wie es der Zufall möchte hat er grade einen Container für Hamburg mit mehreren Mopeds und einem Jeep geladen und bietet mir an ich könnte für 1200 Dollar mit einsteigen. Ne menge Holz ist das….Der Container soll am nächsten Tag rausgehen, also braucht Yuri eine schnelle Antwort.

Ich überlege hin und her,schließlich entscheide ich mich für den Transport.Schließlich hänge ich dann doch ziemlich an meiner Maschine und werde sie auf diese Weise nicht verlieren…

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Goodbye my precious Nikita.
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One day we will be together again!
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But still saddest moment of the ride so far.

Der Abschied fällt mir verdammt schwer nach all den Monaten, Nikita war mehr als nur ein Transportmittel für mich.Eine treue Gefährtin die mich als es kritisch wurde nie in Stich gelassen hat,obwohl ich sicher nicht immer der freundlichste Liebhaber war….

Als die Tore des Containers sich schließen fühle ich mich als hätte ich ein Körperteil verloren.Nackt.

Ich muss mich an dieses Gefühl nun erst mal gewöhnen und einen Rucksack kaufen.

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Schön im Speznas Magasin eingekautf.

Inzwischen ist ein weiterer Gast im Motorradclub eingetroffen,Marcel aus Nadim,ein russischer Biker der in 10 tagen 9000km auf seiner Africa Twin zurück gelegt hat.Verrückter Weise spricht er deutsch, da er während des Studiums eine Zeit lang in Deutschland gelebt hat…Lustiger Zeitgenosse,wir verbringen einige gute Abende zusammen mit ihm und seinen Freunden, schwimmen im Japanischen Meer und trinken sehr speziellen Likör aus seiner Heimat.

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Russian  Breakfast after a night drinking:  Beer,icecream and a watermelon.
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Balsam ist das Getränk des Abends

Auch Wladiwostok ist interessant.Nachdem ich die erste Trauer über den Verlust des Motorrads überwunden habe erprobe ich die neue Freiheit als Rucksacktourist und erkunde die Stadt.Im Gegensatz zu bisherigen Städten hat Wladiwostok ein ansprechendes Stadtbild und man spürt den großen Hafen überall.Internationaler Flair,viele Cafés und Lokale,Matrosen mit ihren Mädchen auf den Strassen. Hier kann mans aushalten.20170825_18143620170825_200040

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Die zwei Kumpanen hier haben das kyrilische Alphabet erfunden

Da ich keine Termine habe und mir Russland gut gefällt beschließe ich mein Visum bis zum letzten Tag auszureizen und buche meinen Flug nach Japan für den letzten Visumstag. Tja Wladiwostok bietet einiges.Was mir am meisten Freude bereitet ist aber das ich hier eine alte Bekannte wiedertreffe. Aleksa,meine Gastgeberin aus Tomsk ist rein zufällig im Lande und wir erkunden die Stadt und das Meer zusammen .

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primal instincts

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Die letzten Tage vergehen wie im Flug und der Abschied kommt unweigerlich.

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Es fühlt sich seltsam an zum Flughafen zu fahren und zu wissen dass ich Russland nun verlassen werde.Dieses Land und seine Menschen haben mich sehr beindruckt. 20170825_191222Die weite Rauheit der Natur,die große Distanz zwischen den von Menschen bewohnten Gegenden,das Pathos,die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Russen die ich überall auf dem Weg genießen durfte. Zwei Monate Visum haben nicht ansatzweise ausgereicht um dieses Land so zu erkunden wie ich es mir wünsche.Die logische Konsequenz daraus ist für mich:
Ich komme wieder.Mit diesem Gedanken laufe ich durch die Passkontrollen ( alles schnell und routiniert),im Kopf die Erinnerungen an alles was ich hier erleben durfte.
Danke an Alexander aus Omsk.

Danke an Viktor aus Nowosibirsk,
Danke an Aleksandra aus Tomsk.

Danke an Maria aus Kransnoyarsk.

Danke an Zhenya aus Irkutsk.
Danke an Johann aus Kuanda.

Danke an Alexander aus Khani.

Danke an Blagbike MC,Blagoveschensk.

Danke Fritz und Sasha,Blagbike Belogorsk und  Svobodny,

Danke an Hans und die Iron Tigers aus Khabarovsk.

Danke an Alex,Marina,Marcel und die Iron Tigers aus Wladiwostok.

Danke an alle anderen die mir unterwegs geholfen haben,mit denen ich getrunken und gelacht habe die ich nun hier nicht alle aufzählen kann, die Liste würde den Rahmen dieses Eintrags sprengen.Ich werde es nicht vergessen.

Danke Russland.

Eine neue Episode beginnt.

Das Ziel meines Fluges ist Tokio.20170907_102907

Man wird sehen was dort auf mich wartet.

Glück auf!

2 Gedanken zu “Россия III – Сибирские байкеры и конец эры / Die letzten Meter mit Nikita

  1. Froh zu hören, dass du dort angekommen bist, wo du dachtest es ist das Ziel. Und fühle mit dir, zu wissen, dass es nicht das Ziel sein kann.
    Ich hatte gestern ein kurzes Stelldichein mit Joris, den du als alten Mann kennst, und ich glaube, er ist mit dem ein oder anderen Gedanken immer noch unterwegs. Und nicht sitzend vor diesen blöden Bildschirmen.

    Ich glaube du hast das gesehen und erlebt was uns hier drüben schon verloren gegangen ist. Der Blick mit Augenmaß.

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    1. Ja, ich denke auch Joris ist noch auf der Reise…Glaube es ist schwierig sich wieder einzufinden wenn man den Sprung aus den bekannten Gefilden (auch wenn es „nur zwei Monate“ sind) einmal gewagt hat….Mir erscheint es zum Zeitpunkt sogar völlig unmöglich;)Aber ich habe ja noch durchaus das ein odere vor mir;)

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