Россия II- Дорога БАМ

Auf die Bam soll es also nun gehen.BAM_bigBerühmt berüchtigte Strasse. Oder etwas ähnliches.Viel darüber gelesen,ein Bericht schlimmer als der andere.Hier zum Beispiel Auszüge aus dem Wikipedia Eintrag:

„….The BAM was built as a strategic alternative route to the Trans-Siberian Railway, especially along the vulnerable sections close to the border with China. The BAM’s costs were estimated at $14 billion, and it was built with special, durable tracks since much of it was built over permafrost. Due to the severe terrain, weather, length and cost Soviet premier Leonid Brezhnev described BAM as „the construction project of the century.“[1]……

…..Running approximately alongside the railway track is the BAM road, a railway service track. It is said to be in a very poor state, with collapsed bridges, dangerous river crossings, severe potholes and „unrelenting energy-sapping bogs“. The road is passable only by the most extreme off-road vehicles and adventure motorcycles. In 2009, a group of three experienced motorcycle riders took a whole month to travel from Komsomolsk (in the east) to Lake Baikal.[14][15]“…….“

Neben all den horror Stories über die heftigste Straße der Welt hört man aber auch ab und an ,dass viel gebaut wird zur zeit,dass ein zweites Gleis verlegt werden soll- also die Straßen teilweise wieder benutzt werden….

Es wird Zeit sich selbst ein Bild zu machen.Mal sehen was es mit all den Mythen auf sich hat.

Schon der Weg zur Bam ist hart. 20170807_131251[1]

Strasse ist zwar Breit aber voll von ausgewaschenen großen Steinen und Schlamm( davon gibts na klar keine BIlder;))Wir kämpfen uns mühsam von der Insel gegen Norden.Kurz vor dem Abendziel hat Ken wieder einen Platten.Merkt er aber nicht.Erst als wir wieder auf Asphalt rollen checkt der Meister die Lage,sein Vorderreifen ist flach.Die Karkasse ist aber so steif das er damit fahren kann.Glück gehabt.Wir nehmen Quartier in einem kleinen Hotel.Während Ken seinen Reifen repariert lernen wir einen Russen kennen,der uns auf Salate und Biere einlädt.Am nächsten Morgen kauft er auch eine neue SIM für mich,das geht in diesem Kaff nur mit russischem Ausweis. Danke dafür!Wir ziehen weiter über  Schotter/Steinpiste gen Severobaikalsk. 20170807_145549(0)[1]Die Bam fängt zwar schon ein paar km früher an in Magirstralny,der Abschnitt ist aber wenig interessant.Gegen Abend stossen wir auf die Schienen. YES! Wir sind drauf!20170807_173419[2]

Den nächsten Tag verbringen wir in Severobaikalsk,einem kleinen Städtchen am Baikalufer,schwimmen ein letztes mal und stocken die Vorräte auf.Dann geht es endlich los HOWDEY!

Tag 1:

Severobaikalsk- Irgendwo zwischen Severomuisk und Yantsukan (313km) Wildcamp am See

Die ersten Kilometer auf der berüchtigten Bam.50-60 Km Asphalt.Man fragt sich wann geht das endlich los?Es folgt etwas Schotter dann wieder Asphalt.Ich sammle kurz vor Novy Voyan sogar einen Tramper auf. BAM TAXI!IMG-20170809-WA0012[1]

Artjom muss ins nächste Dorf, zeigt uns dort  wo es ein Cafe und Benzin gibt.20170809_135725

Im Cafe sind wir schnell Mittelpunkt des Interesses.Werden mehrfach zum Wodka eingeladen doch lehnen dankend ab.Jetzt geht der Spaß so langsam los.Es folgen Etappen durch tiefen Sand,grobe Steinpiste aber alles machbar.Die Übung der letzten Monate hilft.20170809_15554120170809_155624Der Plan war in irgend einem der kleinen Dörfer nach einem Schlafplatz aufzutreiben- zu den Namen auf meiner Karte gibt es aber keine Häuser.Also schlagen wir in Ermangelung besserer Möglichkeiten die Zelte am Ufer eines kleinen Sees auf,Moskito gebiet. Kurz gegessen und Campfeuer entzündet dann schnell in die Zelte.Die Sibirischen Kamaroi (etwas größere Moskitos) sind irre.Ich bin sehr glücklich über meine Moskito Hut,werde trotzdem überall gestochen,teilweise sogar durch die Schuhe.20170809_18393020170809_204121

Moskito Spray scheint die Jungs nicht zu interessieren.

Tag 2:Irgendwo-Taksimo (116km) Gostinica Nord

Am nächsten Morgen gibt es ein sehr kurzes Frühstück wegen der Kamaroi,dann schnell wieder auf die Strasse.20170810_081410

Ziemlich unebene Sache,viele grobe Steine auf dem Weg, trotzdem kommen wir gut voran.Man sieht des öfteren dass an Straße wie am Gleis gearbeitet wird.Auch neue Brücken werden gebaut.20170810_09281620170810_102648Gegen Nachmittag sind wir in Taksimo, beschließen dort ein Hotel zu nehmen bevor die nächste Etappe ansteht.Mopeds werden gewartet,Ken muss sein Gepäck neu festschnallen, die Piste hat seiner Mühle zugesetzt.Auch der Reifen veliert wieder Luft.Ich lass den Jungen mal machen ….und teste solange das WIFI der Herberge.20170810_170150

Tag 3:Taksimo-Kuanda (102 Km) so was ähnliches wie ein Hotel….

Die ersten 40-50 Km schöner Schotter.Dann die Abzweigung zur berüchtigten Vitim Brücke.Hier geht der Spaß nun wirklich los.Auf der Straße haben sich Wasserlöcher gebildet,die Motorräder sind oft bis zum Frontlicht Unterwasser–>ca. 1meter Tiefe.20170811_10453120170811_10571720170811_10573020170811_103935IMG-20170812-WA0106

Manchmal ist es ziemlich knapp aber kein Motorrad säuft ab.Puh.Sowas hatte ich noch nicht.Jetzt kommen auch die ersten kleinen Flussquerungen und die für die Bam typischen halb zerfallenen Brücken.

Man hat immer die Wahl.Schiene,Brücke oder Flussquerung.Wir entscheiden meistens richtig,zu unserem Vorteil sind die Wasserstände niedrig.

Dann stehen wir plötzlich vor der Vitim Brücke.Vieles gelesen,viele Videos gesehen.20170811_124425
Es handelt sich um eine irre Lange Holzbrücke auf Stahlgerüst,in sehr schlechtem Zustand.Der Fluss liegt ca.15 Meter tiefer.Einen Absturz würde man nicht oder sehr schwer verletzt überstehen.Wir beschließen die Brücke zuerst abzulaufen.20170811_131748.jpg

Der erste Teil ist in ganz passablem Zustand.Der zweite hat es in sich.Immer wieder klaffen große löcher in der Beplankung,morsche Dielen sind manchmal  provisorisch darüber gelegt,teilweise sind die Löcher einfach unverdeckt…20170811_12454420170811_12454920170811_124641Eigentlich wollte ich die Brücke fahren,beschließe aber nach Inspektion dass das Risiko zu hoch ist.Viele erfahrenere Motorradfahrer haben den gleichen Entschluss gefasst,nur wenige fahren die Brücke.

Also zurück zum Motorrad.Ich beschließe nicht mehr lange nachzudenken und starte die Mühle.20170811_113059Der erste Teil läuft gut.Dann die „Speedbump“ in der Mitte.Alles klar.Jetzt wollte ich eigentlich schieben.Doch irgendwie fühlt es sich richtiger an das nicht zu tun.

Mein Kopf ist klar,ich bin konzentriert aufs fahren,die Höhe und die Situation beeinflussen mich nicht.Ich fahre also weiter,suche meinen Weg.Und bevor ich weiss was geschehen ist bin ich auf der anderen Seite.!!

Jetzt flutet das Adrenalin voll an…Ich hab gepackt!Die „gefährlichste Brücke der Welt“….Irre!IMG-20170811-WA0048

Auch Ken,der nach mir startet,folgt meinem Beispiel und fährt anstatt wie vorher geplant zu schieben.Wir sind jetzt teil einer kleinen Motorradelite;)

 

Die restlichen Kilometer bis nach Kuanda sind halbwegs erträglich,ich habe gehört es gibt im Ort einen russisch-deutschen Ladenbesitzer,Johann.Ihm wollen wir einen Besuch abstatten.

Im Ort frage ich die Kinder nach dem Laden,sie wissen gleich wohin ich will und beschreiben mir den Weg.Johann empfängt uns vor seinem Laden (der größte im Ort,bestens sortiert) und wir trinken einen Kaffee zusammen.Am Abend wird es Schaschlik geben,er organisiert auch den Kamaz für die bevorstehende Flussüberquerung des Kuanda,der Fluss ist zu tief und breit für unsere Mopeds.20170811_203158

Für 700 Rubel bekommen wir ein Zimmer im Dorf.Den Abend verbringen wir vor Johanns laden,trinken und unterhalten uns. Gegegn 11 kommt noch ein Zug mit Wodka,wir helfen beim Entladen am Bahnhof.Die BAM-Eisenbahn ist die Schlagader der kleinen Dörfer.Nicht nur ist die Bahn der Hauptarbeitgeber,sie versorgt auch sonst mit allem Lebensnotwendigem.Waren-Transport über die schlechte BAM-Strasse ist fast unmöglich.20170811_22551720170811_231050

Die Ladung muss natürlich auch noch verköstigt werden;)Die erste Buddel geht aufs Haus,die zweite auf uns…soviel Geschäftsmann ist der gute Johann dann doch;)

Irgendwann verabschiedet sich Johann,ich bleibe noch etwas.Werde im Anschluss von ein paar Jungs mit einer Jupiter 5 Planeta (Russisches Moped mit Beiwagen) zzu unserer Basis gefahren.Unterhalte mich noch ein Weilchen mit den Jungs bevor ich mich ins „Hotel“ verabschiede,Ken ist schon etwas früher dort eingetroffen.20170812_021135

Tag 4 Kuanda-Novaya Chara (169km)

Am nächsten Morgen treffen wir uns wieder am Laden mit Johann.Er organisiert unseren Kamaz und nach großer Verabschiedung geht es Richtung Fluss .Dort treffen wir unseren Kamaz. Gesteuert von einem Hühnen,der nicht viele Worte macht.Ran an die Ladebucht,Mopeds rein und los.20170812_110001Die Heckluke lässt der Meister offen.Ich versuche ihm mitzuteilen dass ich das für keine gute Idee halte aber wir rollen schon.Nach wenigen Metern kippt mein Moped vom Ständer und ich muss das schwere Biest von Hand aufrecht halten,direkt hinter mir die geöffnete Ladeluke und der Fluss.20170812_110415Ich bin verdammt froh auf der anderen Seite zu sein.20170812_110836(0)Da die Moskitos hier extrem aggressiv sind,bezahlen wir sehr schnell unseren Fahrer und ziehen am Hebel.20170812_120036Bitter nötig.

Man hat uns gesagt in der Gegend gibt es unglaublich viele Bären,sie würden auch vor Menschen nicht zurückschrecken,also ist Camping erstmals keine Option.Die Straße bleibt fordernd.Oft müssen wir durch Flüsse fahren.Manchmal auch durch ausgetrocknete Flussbetten mit sehr sehr groben Steinen.Es ist gut hier nicht alleine zu sein.Auch auf den halb zerfallenen Brücken ist es von großem Vorteil wenn einer die Maschine des anderen sichern kann.Wobei Nikita meistens ohne Hilfe ein Weg findet.Nunja-was muss das muss…Ken hat etwas Probleme mit Bodenfreiheit seiner Africa Twin und dem miesen Hinterreifen,aber auch er  kommt zurecht….

Es gibt keine größeren Ausfälle und ab und an gute Aussichten auf die Taiga.

Am Abend sind wir in Novaya Chara,finden dort ein einigermaßen modernes Hotel mit gutem Restaurant.Ist zwar etwas teuer aber der Tag war hart und wir brauchen eine ordentliche Mahlzeit.Tag 5:Novaya Chara-Chara-Eisebahnhütte (165km)
Punkt 1.Sprit.Kein Problem,gibt hier eine Tankstelle.Die letzte auf der Bam.                                                                                                                                                                     Punkt 2.Es soll bei Chara eine geologische Anomalie geben.Eine Kleine Sandwüste mit Dünen in mitten von Sibirischem Wald.Das ist spannend.Wir wollen uns das ansehen.Motorradfahrer die 3 Wochen vor uns hier waren hatten es nicht geschafft bis dorthin vorzudringen,der Weg soll wohl ziemlich mies sein.
Ist er immer noch.20170813_095957Sumpf und Matsch soweit das Auge reicht.Wir fahren einige Kilometer dann erkennen wir dass hier für unsere Maschinen kein durchkommen ist.Tiefer Sumpf,Matsch Lehm usw. 20170813_141746

Wir kehren um.Als wir am Ende des Dorfes sind spricht uns ein älterer Herr an.Er bietet an wir könnten die Motorräder in seinem Garten ( mit großem Zaun abstellen) und zu Fuß zur Düne wandern.Er sagt es würde sich wirklich lohnen.Wir sind im zweifel.7 Kilometer zu Fuß bei 30 Grad in Motorrad Montur-das wird hart.Abgesehen davon ist das hier Moskito Land und Kilometer machen können wir dann auch vergessen.

Da die Düne aber etwas einzigartiges sein soll und wir keine irre Eile haben willigen wir doch ein.Parken die Mopeds,nehmen Wasser und Moskitoabwehrkram mit und machen uns auf den Weg.20170813_135831Nach ca.2 Kilometern kommt das erste Hinderniss. Ein Fluss.Da müssen wir wohl durch.Bis zum Gürtel steht mir das Wasser beim queren.Jetzt macht das Laufen in Motorradstiefeln und Kombi nochmals mehr Spass.20170813_14351820170813_14273820170813_142648 Wir kämpfen uns die nächsten 3 Kilometer durch Matsch und Moskitos,dann sind wir im Sand.Surreal.Umfasst von dunkelgrünem tiefen Wald und Taiga stehen wir auf einer Düne wie ich sie hier niemals erwartet hätte.Dunkle Berge im Hintergrund.Verrückter Ort.

20170813_12491220170813_12500020170813_12074620170813_13254220170813_13254520170813_13292220170813_132920

Wir schöpfen hier neue Kraft bevor wir uns auf den Rückweg machen.Im Sand haben wir Bärenspuren gesehen,deswegen bin ich etwas nervös als wir zurücklaufen und froh als wir der Zivilisation wieder näher kommen. Die letzten Meter nehmen uns Russen im Lada Niva mit.Die Jungs kennen hier jede Pfütze!20170813_145534

Zurück bei den Mopeds erst mal Kriegsrat.Es ist jetzt 16 Uhr,die Stadt hat ein Hotel,das kennen wir.Nochmal dahin zurück?Fühlt sich falsch an.Also gibt’s nur eine Möglichkeit.Vorwärts.Wir beschließen noch ein paar Kilometer zu fahren und uns dann eine Bahnarbeiterhütte ( gibt’s hier massig an den Gleisen entlang verteilt) für die Nacht zu suchen.Zu unserem Vorteil ist die Straße sehr gut,feiner Schotter und wir kommen noch gut voran bis wir bei Dämmerung ein Quartier an der Trasse beziehen.

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20170813_184754Wir heizen den kleinen Ofen ein um unsere Schuhe zu trocknen.20170813_22372120170813_223728

Mäßiger Erfolg da wenig Holz.Dann ist ziemlich schnell Feierabend.

Tag 6: Eisenbahnhütte-Khani-Yuktali (218km)

Am morgen nach kurzem Frühstück wieder rein in die nassen Treter.20170813_205622Eigentlich nichts neues,Seit unserem Weg zur Vitim Brücke sind sie nicht mehr wirklich getrocknet.Die Strecke bis nach Khani ist kein Problem,ein entspannter Pfützenslalom. In Khani haben wir von den vorhergehenden Motorradfahrern gehört gibt’s es einen Biker der sich gut auf den folgenden miesen Streckenabschnitten auskennt.Da der Ort nicht groß ist frage ich einfach in Läden und bei vorbeifahrenden Autos nach Alex,habe schon bald eine Telefonnummer und wenig später steht der Meister selbst mit seinem Dirtbike vor mir..20170814_094258Er bietet uns an uns zu zeigen wie und wo wir am besten die eingestürzten Brücken auf der Schiene umfahren.Gesagt getan.Alex hat ziemlich Tempo drauf und führt uns die nächsten 10 km.20170814_100601Er hat aber wenig Glück heute.Zuerst verfängt sich ein auf der Straße liegendes Stahlseil in seinem Moped und klemmt seinen Fuß ein (bin sehr froh über den Leatherman,schneide ihn damit schnell frei),dann stürzt er über eine im Gras liegende Eisenbahnschiene.20170814_10145820170814_101500Das Moped hat etwas abbekommen,ihm geht’s zum Glück gut.Wir fahren nun mit seiner Anleitung die ersten Eisenbahnbrücken.Es ist nicht genug Platz für Zug und Motorrad,gewisses Risiko ist also immer vorhanden.20170814_095310(0)

Als sich Alex verabschiedet sind wir äußerst dankbar.Großes Glück für uns das die vorhergehen Motorradreisenden ihn getroffen haben!20170814_104317

Es folgen an diesem Tag noch einige weitere Eisenbahnbrücken,manchmal können wir Arbeiter bei den Gleisen nach einem guten Moment fragen,manchmal bleibt uns nichts außer einen Zug abzuwarten und dann direkt nach dem dieser die Brücke passiert hat zu fahren.Zumindest st sollte man das so machen;)

Ken muss manchmal schieben,seine Kiste ist zu breit.Ich fahre.

Die Straße ist hart und wir kommen langsam voran.

Kurz vor Yuktali müssen wir noch über den Olekma. Der Fluss ist ca.300 Meter breit,tief und führt viel Wasser.Keine Chance.Die einzige Möglichkeit ist die Eisenbahnbrücke.500Meter lang und bewacht.Wir können den Wächter jedoch mit guten „Argumenten“ überzeugen uns passieren zu lassen….20170814_19070020170814_190804Mit der Dämmerung treffen wir in Yuktali ein.Hier gibt es kein Hotel,ich frage in einem Laden nach Übernachtungsmöglichkeiten.Die Besitzerin telefoniert herum,schließlich bekommen wir ein kleines Zimmer in der Dorfschule,die gerade Ferien hat.

Schulgebäude nachts sind immer etwas skurril,aber wir sind dankbar für die Betten und die vorhandene warme Dusche.20170814_21461820170814_21324220170814_220925Wir bekommen sogar eine kleine Heizung um die Schuhe zu trocknen.20170814_230623Zwei Biere aus dem Dorfladen reichen und die Müdigkeit siegt.Der Tag war bis jetzt einer der längsten.12 Stunden im Sattel,Pausen für maximal 10 Minuten wegen der Moskitos.

Tag 7:Yuktali-Tynda (372km)

Unsere Mopeds sind in der Reserve,die erste Aufgabe an diesem Tag lautet also Benzinbeschaffung.Es gibt keine Offizielle Tankstelle im Dorf also führt mich der Weg wieder in einen der Läden.Ich hoffe die Damen wissen wo es Sprit gibt.Ich bin mal wieder sehr froh darüber etwas Russisch zu sprechen,denn Englisch versteht hier kein Mensch.Nun.Die Dame telefoniert und nach 20 Minuten werden wir von einer anderen Ladenbesitzerin an den Rande des Dorfes gebracht.
Hier verkauft Yuri Benzin aus einem großen Tank im Garten.20170815_10253720170815_102543

Howdey.Um 10 Uhr 30 sind die Motorräder aufgetankt und wir gehen die letzte Etappe an.Man hat mir gesagt die Straße wird in ca. 100 Km besser,bis dorthin erwarten uns noch einige Flussdurchquerungen und Eisenbahnbrücke.Die Schuhe sind inzwischen fast trocken deswegen begeistert es mich nicht sonderlich als ich nur wenige Kilometer nach dem Start wieder den ersten Fluss ablaufen muss. 20170815_11353520170815_122822Naja. So ist das hier eben:)20170815_125604
Wir kämpfen uns durch,im tiefen Matsch bricht mir einmal das Vorderrad aus und ich Stürze,aber ausser  gebrochenem Blinker und Prellungen alles gut.Man spürt den Vortag dann doch deutlich,ganz auf der Höhe bin ich nicht.Gegen 15-16 Uhr sind wir in der Nähe von Chilchi. Ab hier wird die Straße besser.20170815_170022Trotzdem müssen wir noch 220Km bis Tynda machen.Die letzten Meter fordern also nochmals ihren Tribut an Kraft und Nerven,auch weil es immer wieder regnet.

Als es schon dunkel wird kommen wir schließlich in Tynda an.20170815_194324

Wir haben die Westliche BAM überstanden!Schlussendlich war alles machbar,trotzdem war die Strasse eine der härtesten die ich bis jetzt befahren habe.Das Wetter und das niedrige Wasser an manchen Stellen hat uns sicher einiges erleichtert!!Vor 2 Monaten hätte ich wohl aber hier keine 100km geschafft.

Auch die Blogeinträge von Patrick,dank dessen Berichten ich mich  auf die kommenden Episoden einstellen konnte haben geholfen,genauso wie die Leute auf der Strecke…Johann in Kuanda und Alexander in Khani.1A!

In Tynda steht nun ein Ruhetag an,dann wird es weiter gehen.Eigentlich war geplant von hier aus gen Magadan zu fahren,jedoch erlaubt mir mein Visum dies nicht. Magadan ist leider eine Sackgasse,ich müsste von dort aus das Motorrad per Schiff nach Wladiwostok transportieren,um es dann entweder zu verkaufen oder nach Korea/Japan zu überführen.Dafür ist die Zeit zu knapp.So weh es tut auf diesen Abschnitt zu verzichten,der weg wird wohl wieder zurück auf den Asphalt führen,über die ewigen Geraden des transsibirischen Highways,bis zum Endpunkt des Russland Abenteuers,Vladiwostok.20170816_12563020170816_10375520170816_105854

20170816_11404820170816_114217Doch bis dahin wird noch einiges passieren.

In diesem Sinne,

Glück auf!

4 Gedanken zu “Россия II- Дорога БАМ

  1. Ihr hättet nach einem Gästebuch an der BA Ausschau halten sollen, wo Ihr Euch und Eure Leistung verewigen hätten können.
    Hut ab. Und Glück auf.

    Grüße aus dem langweiligen Deutschland.

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank!
      Habe leider keines gesehen.Falls es eines gibt würde ich gerne darin blättern;)
      Würde mich interessieren wie viele Leute eine ähnlich große Anzahl an Schrauben locker haben;)
      Beste Grüße!

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    1. ;)Klar immer her damit!Ja.Ich denke alles ist machbar.Euer Nadelöhr wird die letzte große Brücke sein.Ich weiss nicht wie das mit dem Laster so läuft,vorallem zwecks Spurbreite usw…Ist eingleisig,also nicht all zu breit das teil.Aber ich vermute mal es passt-wenn der Wächter euch drauf lässt!

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